Wirbelgleiten (Spondylolisthese)

Von Wirbelgleiten spricht man, wenn ein Wirbel aus dem natürlichen Verlauf der Wirbelsäule ausschert und damit relativ zum benachbarten Wirbel nach vorne oder hinten, in sehr seltenen Fällen auch seitlich verrutscht. Es wird in 4 Schweregrade nach Meyerding eingeteilt.

Wie kommt es zu Wirbelgleiten?

Wirbelgleiten kann verschiedene Ursachen haben – meist treffen mehrere Dinge zusammen. Es können zum Einen angeborene Defekte im Aufbau der Wirbelkörper vorliegen, zum Anderen können degenerative Prozesse der Bandscheiben und der Facettengelenke oder auch schwere Unfälle zu einer Verschiebung der Wirbel gegeneinander führen. Ein Wirbelgleiten kann auch im Zusammenhang mit einer generalisierten Knocherkrankung oder durch invasive Eingriffe an der Wirbelsäule – speziell den Facettengelenken – entstehen.

Was sind die Symptome von Wirbelgleiten?

Das Leitsymptom eines Wirbelgleitens sind Rückenschmerzen. In leichteren Fällen wechseln die Beschwerden mit schmerzfreien Intervallen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung können die Schmerzen zunehmen und auch dauerhaft bestehen. Beim gleichzeitigen Vorliegen einer Wirbelkanalstenose treten mitunter auch neurologische Symptome auf. Das können intensive Schmerzen und/oder ein Schwächegefühl in den Beinen sein. Lähmungserscheinungen kommen dagegen fast nie vor.
Wenn die Wirbel stärker gegeneinander verschoben sind (Grad 3-4), kommt es zur Störung der natürlichen Doppel-S-Form der Wirbelsäule und die Patienten spannen unwillkürlich ständig ihre hintere Oberschenkelmuskulatur an, um noch gut aufrecht stehen zu können. Verhärtete Muskelstränge der Beinrückseite und damit verbundene Gangauffälligkeiten sind die Folge.

Wie sieht die Behandlung aus?

Patienten mit nur geringfügigen Beschwerden und einem niedrigen Grad der Verschiebung der Wirbel gegeneinander kann oft mit einer Kombination aus Kräftigungstherapie für die Rückenmuskulatur und der Gabe leichter Schmerzmittel geholfen werden.
Patienten mit starken Beschwerden und einer hochgradigen Wirbelverschiebung brauchen dagegen oft eine Operation, um die Schmerzen in den Griff zu bekommen. Ziele der operativen Behandlung sind zum Einen die bestmögliche Wiederherstellung der normalen Doppel-S-Form der Wirbelsäule und die Stabilisierung in dieser Form – das wird meist durch eine Versteifung, eine sogenannte Fusion erreicht. Zum Anderen müssen häufig eingeklemmte Nerven befreit werden. Dafür werden die Wege, in denen die Nervenstränge verlaufen – also der Wirbelkanal bzw. die Zwischenwirbellöcher – durch mechanische Entfernung von überschüssigem Gewebe aufgeweitet.

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