Manuelle Medizin

Die Manuelle Medizin umfasst die Untersuchung und Behandlung mit den Händen bei Rücken- und Gelenkschmerzen.

Bei akuten und chronischen Beschwerden am Bewegungsapparat wie z.B. Rückenschmerzen oder Gelenkprobleme, deren Ursachen reversible Funktionsstörungen sind, ist Manuelle Medizin eine geeignete Therapie .

Auch Beschwerden an Muskeln, Sehnen, Faszien & Bändern sind Einsatzbereiche der Manuellen Medizin. Gerade in den letzten Jahren sind aufgrund neuer Forschungsergebnisse insbesondere die Faszien als Ursache von Funktionsstörungen neu bewertet worden.

Schonende Behandlung schmerzhafter Funktionsstörungen

Schmerzen, die durch Funktionsstörungen mit eingeschränkter Beweglichkeit verursacht werden, sogenannte Blockierungen, lassen sich in vielen Fällen durch die Anwendung spezieller Handgriffe und Techniken gut behandeln.

Chirotherapie & Osteopathie bieten manualmedizinische Untersuchungs- und Behandlungstechniken, mit denen sich Blockierungen  sanft lösen lassen. Darüber hinaus eröffnen diese Behandlungskonzepte auch die Erkennung und Behandlung von komplexen Zusammenhängen.

Bei funktionellen Störungen sind die Beschwerden mit schmerzhaften Funktionseinschränkungen den Behandlungstechniken der Chirotherapie und der Osteopathie gut zugänglich.

Bei Veränderungen der Struktur, wie z.B. bei Arthrose, lassen sich zwar die Begleiterscheinungen behandeln, die Arthrose selbst lässt sich jedoch nicht rückgängig machen. Dennoch kann auch bei einer Arthrose eine begleitende Therapie mit Manueller Medizin sinnvoll sein, um eine Linderung der Beschwerden zu erzielen.

Chirotherapie & Osteopathie

Als Facharzt für Orthopädische Chirurgie & Traumatologie des Bewegungsapparates habe ich mich über das allgemeine orthopädische und traumatologische Behandlungsspektrum hinaus , sowohl im Bereich der konservativen Therapie, als auch im Bereich der Operationen, auf die schonenden Behandlungsverfahren spezialisiert.

Seit vielen Jahren wende ich die unterschiedlichsten Techniken aus den Behandlungskonzepten der Manuellen Medizin an. Je nach Erfordernis lassen sich aus dem umfangreichen Repertoire die jeweils sinnvollen Techniken konzeptionell kombinieren.

Meine umfangreiche manualmedizinische Ausbildung habe ich mit der Zusatzbezeichnung Chirotherapieerfolgreich abgeschlossen. Im Anschluss daran habe ich bei der DAAO die Osteopathie-Ausbildung nach dem US-amerikanischen Curriculum des Philadelphia College of Osteopathic Medicine - PCOM mit dem Diplom Osteopathische Medizin absolviert. Ich bin eingetragener Osteopath im Europäischen Register Osteopathischer Ärzte (EROP - European Register of Osteopathic Physicians) mit EROP-Osteopathie-Diplom.

Chirotherapie & Osteopathie

Manuelle Medizin, Osteopathie

Was ist was? Gemeinsamkeiten

Die verschiedenen Bezeichnungen wie Manuelle Medizin, Chirotherapie, Chiro- praktik und ärztliche Osteopathie scheinen es den Suchenden auf dem Weg nach der geeigneten Behandlungsform zu erschweren, den Durchblick zu behalten. Doch eigentlich ist es ganz einfach:

a. Manuelle Medizin/Chirotherapie:

Wissenschaftlich – sanft – zugewandt

Manuelle Medizin ist der moderne Begriff für die jahrhundertalte Erfahrungsme- dizin, die als Chirotherapie oder früher auch als Chiropraktik bezeichnet wird. Die Manuelle Medizin ist ein auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhendes Diag- nose- und Behandlungskonzept. Sie versteht sich als tief verwurzelt in der Uni- versitätsmedizin.

Die Manuelle Medizin hat die oft als rüde empfundenen Methoden der Chiropraktik hinter sich gelassen und in ein sanftes schmerzfreies Behandlungskonzept umge- wandelt. Mit der Hand ertastet sie Blockierungen, schmerzhafte Muskelverspan- nungen, Temperaturunterschiede oder andere Fehlfunktionen und in der Therapie stimuliert sie Nerven, mobilsiert Gelenke, dehnt Muskelstränge und kommt in den allermeisten Fällen ganz ohne HighTech-Apparaturen aus.

Diese moderne Form der Behandlung mit den Händen ist dem Menschen besonders zugewandt. Sie betrachtet den Patienten in seinem Lebensumfeld und bezieht alle, sogar seelische Faktoren mit ein, die als Ursachen für schmerzhafte Beschwerden sein können. Der intensive Austausch mit dem Patienten ist deshalb neben der Be- handlung mit den Händen ein zentraler Faktor für den erfolgreichen Verlauf des Heilungsprozesses.

b. Ärztliche Osteopathie

Sicherheit im Angebotsdschungel

Was genau die Osteopathie (osteon=Knochen und pathos=leiden) als Behandlungs- konzept beinhaltet, ist bis heute nicht einheitlich definiert. Wir verstehen die os- teopathischen Verfahren als eine Erweiterung bzw. Vertiefung der Manuellen Medizin. Deshalb ist der Abschluss der Weiterbildung Manuelle Medizin auch Grundvoraussetzung für die darauf aufsetzende Osteopathie-Ausbildung für Ärzte. Die Osteopathie vereinigt in sich drei funktional zusammenhängende Konzepte im Körper:

1. Das Stützsystem des Körpers

Damit sind die Knochen, Muskeln, Gelenke, Sehnen, Faszien und Bindegewebe im menschlichen Körper gemeint. Es wird auch als parietales Konzept bezeichnet.

2. Die Aufhängung der inneren Organe

Herz, Leber, Lunge, in Brust- und Bauchraum – unsere innere Organe sind an bin- degewebigen Strängen, Faszien und Bändern, im Rumpf befestigt. Gewebestruk- turen besitzen die Fähigkeit, sich zusammenzuziehen (kontrahieren). Das gewährleistet zwar eine minimale Beweglichkeit, aber auch hier kann es also zu Verspannungen kommen, die die – wenn auch geringe – Beweglichkeit der Organe einschränken oder an ihnen schmerzhaft ziehen und zerren. Es wird auch als vis- zerales Konzept bezeichnet.

3. Der Schädel

Das zentrale und äußere Nervensystem, das mit dem Gehirn, dem Rückenmark und den Nerven sowie mit der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit einschließlich der zu- gehörigen Bindegewebshäute sowie dem Kreuzbein verbunden ist. Dieser Bereich wird als kranio-sakrales Konzept bezeichnet.

Medizin mit den Händen

Von den Ägyptern über Hippokrates bis heute
ein historischer Abriss verschiedener Bezeichnungen für ein gemeinsames Ziel

Die ersten belegten Anfänge einer Manuellen Medizin reichen in einigen ägypti- schen Schriften 5000 Jahre zurück. Genauere Überlieferungen gibt es dann aus dem 5 Jh. vor unserer Zeitrechnung aus Griechenland. Sie werden dem griechischen Arzt Hippokrates zugeschrieben. 61 Schriften aus verschiedenen Zeiten berichten über das Wirken des Begründers unseres Medizinverständnisses. In seinen überlie- ferten medizinischen Abhandlungen über den menschlichen Körper werden zum ersten Mal die Gelenke der Wirbelsäule als zentrales Bewegungsorgan erwähnt. Er legt damit den Grundstein für die heute existierende Manuelle Medizin. Einige Ele- mente haben auch heute noch Gültigkeit.

Bis ins 17. und 18. Jh. wurde die unter dem Namen Chirotherapie (altgriech. Cheir=Hand und therapeia=Dienst, heilen) bekannte Form der Medizin mit den Händen von Heilern oder Laien praktiziert. Dann reißt die Tradition plötzlich ab. Der Grund: die steigende Bedeutung der medikamentösen Therapie und der Chirurgie. Erst im 19. Jh. taucht die jahrhundertealte Form der Behandlung in den USA wieder auf.

Im 19. Jh. entwickelten sich in den USA fast zeitgleich zwei ähnliche Behandlungsrichtungen: Chirotherapie und Osteopathie
Amerikanische Ärzte brachten das Wissen beider Richtungen nach Europa.

Aus der amerikanischen Chirotherapie entsteht in Europa die wissenschaftliche Manuelle Medizin

Besonders die Chirotherapie wurde von begeisterten jungen Ärzten in Europa auf- gegriffen und verbreitet sich schnell als Zusatzweiterbildung. Sie wird jedoch um- getauft in Manuelle Medizin (manus = die Hand, Therapeia= Dienst, Handeln), um perspektivisch das Universitätsstudium der Medizin mit der Erfahrungsmedizin zu vereinen also Wissenschaft und Erfahrung = Manuelle Medizin. Das medizinische Studium bildet die Grundvoraussetzung, um die Wirkungsweise der jahrhunderte- alten Therapieformen zu verstehen und die Therapiemethoden risikolos anzuwen- den, und – das ist ein weiteres wichtiges Ziel - um sie weiter zu entwickeln. Dazu gründen 1966 engagierte junge Ärzte die Deutsche Gesellschaft für Manuelle Me- dizin (DGMM e.V.).

Ziel der Vereinigung ist es seither, die wissenschaftliche Grundlagenforschung vo- ranzutreiben und die überlieferten Therapieformen zu modernisieren. So entwi- ckelt sich die sanfte Manuelle Medizin. Der Wandlungsprozess dieser hoch effizienten Diagnose- und Behandlungsform findet damit in der Medizin immer mehr Beachtung. Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg ist1975 die Anerken- nung der Manuellen Medizin durch die Deutsche Ärztekammer als Weiterbildung. Ärzte, die die Ausbildung erfolgreich abschließen, tragen von nun an die Zusatz- bezeichnung Manuelle Medizin – vorher Chirotherapie.

Heute gehört die Manuelle Medizin zu den etablierten wissenschaftlichen Rich- tungen in der Medizin. Durch die bahnbrechenden Erkenntnisse der Hirnforschung und Neurowissenschaften sowie der noch jungen Membranbiochemie ist der Nach- weis ihrer Wirksamkeit erbracht.

Osteopathie wird auf Umwegen zum festen Bestandteil der Manuellen Medizin

Ganz anders als das gesetzlich streng geregelte amerikanische Vorbild der rein ärzt- lichen Osteopathie fehlt es in Europa an Regelungen. Osteopathie ist hier auch nichtärztlichen Therapieanbietern zugänglich. Dabei ist der Grund für ihre Er- folgsgeschichte in den USA wie bei uns genau der gleiche: Die Suche nach alter- nativen Behandlungsformen zur jeweils zeitgenössischen Medizin. Ähnlich wie bei uns in Europa wandte sich ihr „Erfinder“, der Amerikaner Dr. Andrew Still (1828 – 1917), gegen die damals aus seiner Sicht ineffiziente Mainstream Medizin.

Während sich jedoch in Amerika in der Folge ein paralleles universitäres Medizin- studium mit einem akademischen Titel für die Absolventen entwickelt, bleibt die Osteopathie als Behandlungsform in Deutschland ungeschützt. Es existieren viele unterschiedliche Konzepte und Philosophien mit noch unterschiedlicheren und zum Teil ungeklärten Behandlungswegen und Qualifizierungen.

Europaweit setzen sich in den letzten 20 Jahren immer mehr Ärzte für die Verein- heitlichung der Ausbildung und verbindliche Standards ein. In Deutschland ist es den Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin 2009 gelungen, die Osteopathie als Teil der Manuellen Medizin von der Bundesärztekammer aner- kennen zu lassen. Seit dieser Zeit gibt es für Ärzte die Möglichkeit, bei zertifizier- ten Weiterbildungsseminaren osteopathische Verfahren zu erlernen.

Welche Symptome kennen wir?

Katalog möglicher Symptome

 Bewegungseinschränkungen an der Wirbelsäule und den Extremitäten

Allgemein

 Funktionsbeeinträchtigung des Schultergelenks

 Taubheits- und Kribbelgefühl im Bereich der Halswirbelsäule, Kopf und Nacken

  Schwindel

  Sehstörungen

  Hörstörungen, Ohrgeräusche (Tinnitus)

  Schluck- und Stimmstörungen, Engegefühl im Hals

  Schweißausbrüche und

  Schlafstörungen

  Schwellungen der Hände

  Kiefergelenksstörungen

  Inkontinenz (Blasen- und Darmschwäche)

  Verstopfung, häufiger Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung

  Oberbauchbeschwerden z. B. Reizmagen ohne nachweisbare Ursachen

  Reizblase („überaktive“ Blase)

Atemnot (Dyspnoe)

 

Schmerzen

 
akute und chronisch schmerzhafte Krankheiten
 Nackenschmerzen
 schmerzhafte Wirbelsäulenbeschwerden
 schmerzende Gelenke
 Schmerz der Extremitäten Arm, Bein (z. B. Schulter- oder Knieschmerzen)  Beckenschmerzen
 chronischer Kopfschmerz, Migräne
 Gesichtsschmerzen

Verletzungen
 Sportverletzungen, Unfall

Kinder
 Bewegungsstörung mit gesteigerter Muskelspannung, Fehlhaltungen  Störung der Verarbeitung von Wahrnehmungen aus der Umwelt
 Auffälligkeit bei Säuglingen
 chronischer Kopfschmerz

Frauen
 krampfhafte Schmerzzustände während der Monatsblutung (Dysmenorrhoe)

Erkundung der Ursachen

Diagnostik mit den Händen
Arzt und Patient gemeinsam auf Spurensuche

Was tut weh? oder der gestörte Informationsfluss

Was passiert eigentlich im Körper, wenn wir Schmerz empfinden?
Stellen Sie sich vor, in ihrem Körper redet jeder mit jedem. Alle Informationen un- serer Nerven laufen in Knotenpunkten zusammen – das nennt man Konvergenz. Sie werden weitergeleitet und lösen bei Überschreitung einer Reizschwelle Reaktio- nen im Körper aus. Das kann z. B. Schmerz sein.

Untersuchung mit Fingerspitzengefühl

Die verschiedenen Facetten des Schmerzes verstehen wir als Signale des Körpers, dass etwas in ihm aus der Balance geraten ist und er sich schützen muss. Gemein- sam mit unseren Patienten begeben wir uns auf Spurensuche. Hightech-Appara- turen kommen dabei nur sehr selten zum Einsatz, stattdessen nutzen wir die Sensibilität unserer Fingerspitzen. Mit ihrer Hilfe ertasten wir Gelenkblockierungen oder Muskelverspannungen, nicht selten lange bevor daraus organische Schäden entstehen können. Oft haben die Hände in diesem Stadium sogar mehr „Durch- blick“ als die bildgebende Diagnostik wie Röntgen oder der Kernspintomograph, denn mögliche Störungsmuster können in allen Geweben entstehen. Lange Zeit bleiben sie hier meist unerkannt und nur die feinsinnige Diagnostik geschulter Hände kann sie aufspüren.

Was untersuchen wir?

  • -  Haltung, Gang und Beweglichkeit – Wie gehen Sie durchs Leben?

  • -  Gelenkspielraum – Wie flexibel sind Sie?

  • -  Abschnitte der Wirbelsäule einschließlich Kopf und Kiefergelenk mit ihren dazu

    gehörigen Muskeln, Bändern und dem Bindegewebe

  • -  Innere Organe – Wie mobil sind diese?

    Wonach suchen wir?

    Mit sensiblen Fingern ertasten wir

  • -  Bewegungseinschränkungen der Gelenke und damit einhergehende Muskel-

    verspannungen

  • -  Verhärtete Muskelfasern sogenannte Triggerpunkte, die bei Berührung schmerzen

  • -  Temperaturunterschiede der Haut

Das ärztliche Gespräch – die Anamnese

Blockierungen, Schmerzen und andere Einschränkungen der Beweglichkeit haben ihre Ursache im Leben jedes Einzelnen. Beim einen ist es die Folge eines Unfalls, beim anderen dauerhafter Stress, der beispielsweise zu Verspannungen und in der Folge zu Funktionsstörungen oder Schmerzen führt. In allen Fällen kann der sen- sible Informationsfluss zwischen den verschiedenen Geweben des Körpers nicht ungehindert erfolgen. Der Körper will sich vor Schäden schützen und sendet das Warnsignal Schmerz.

Um eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität zu erreichen, ist es für uns wichtig, den individuellen Code Ihres Körpers zu verstehen. Denn Ihr Körper ant- wortet auf die aktuelle Lebenssituation, aber auch auf Ereignisse in der Vergan- genheit oder auf schwierige Lebensphasen in seiner eigenen und sehr individuellen Sprache. Die heißt es zu entschlüsseln und damit Veränderungen anzuschieben, die langfristig Entlastung versprechen.

In der Anamnese (griech. = Erinnerung) werden zu Beginn der Behandlung nicht nur Fragen zu den Beschwerden gestellt, sondern auch zur persönlichen Lebenssi- tuation. Denn: Die individuelle Biografie und die aktuelle Lebens- und Arbeitssi- tuation spielen dabei eine wichtige Rolle bei der Erkundung komplexer Zusammenhänge als Ursache der Beschwerden.

Auf körperlicher Ebene gehen wir vom Symptom aus und machen uns gemeinsam auf Spurensuche. Dabei erkunden wir Schritt für Schritt die Informationssysteme von Organen, Muskulatur, Gelenken und Haut. Beide Aspekte körperliche und ggf. psychische Belastungen können die modulierenden Elemente für akute und chro- nische Beschwerden sein.

Fragen in der Anamnese – Das möchten wir von Ihnen wissen:

  • -  Seit wann? Wie lange? Wiederkehrend? – die zeitliche Dimension ihrer Be- schwerden

  • -  Wie fühlt es sich an? – Symptom- beschreibung

  • -  Warum, meinen Sie, ist es dazu gekommen – Ursachenforschung in ihrem Leben (Ernährung, Beruf, Sport, Freizeit, Familie, Vorerkran- kungen, Schwangerschaften, Operationen)

Gesundwerden

Therapeut und Patient entscheiden gemeinsam (gemeinsam im Prozess)

Erst wenn der Code geknackt ist, folgt die Therapie

Unsere Erfahrung und Ihre detaillierten Beschreibungen weisen den Weg in den Heilungsprozess. Also erst nach der intensiven Diagnosephase erörtern wir ge- meinsam mit Ihnen mögliche Therapiewege. Diese Wege verlaufen nicht einseitig auf Seiten der Ärzte und Physiotherapeuten. Sie, liebe Patientinnen und Patienten, sind dabei genauso wichtig. Denn ohne Sie geht es nicht.

Manchmal sind es vielleicht nur kleine Veränderungen wie z. B. die ergonomische Einrichtung des Arbeitsplatzes, die schon einen großen Effekt haben können. Manchmal jedoch erfordert es Mut und professionelle Begleitung, um die großen Schritte zu tun, die einen langfristigen Heilungsprozess und damit auch eine spür- bare Steigerung der Lebensqualität mit sich führen.

Unser Part findet auf der körperlichen Ebene statt. Hier stimulieren, mobilisieren und dehnen wissende Hände das schmerzende Gewebe und lösen so nach und nach die Ursachen für das Warnsignal Schmerz auf.

Therapiewege statt Irrwege

Wir sind davon überzeugt, schon in der Diagnostik scheiden sich die Wege zwischen seriösem klinischem Vorgehen, das ein jahrelanges universitätsmedizinisches Stu- dium voraussetzt und dem eher intuitiven Zugang vieler Heilpraktiker und Laien- therapeuten. Denn: Erst wenn der behandelnde Arzt gemeinsam mit Ihnen die möglichen therapeutischen Elemente festgelegt hat, kann die Ausführung an er- fahrene manual medizinisch/osteopathisch ausgebildete Physiotherapeuten dele- giert werden. Nur das professionelle Zusammenspiel von uns Ärzten und den mit uns auf vertrauensvoller Basis zusammen arbeitenden manualtherapeutisch aus- gebildeten Physiotherapeuten garantiert Ihnen Behandlung „in guten Händen“.

So behandeln wir ... Behandlungsmethoden im Überblick Fachbegriffe und was sich dahinter verbirgt

Mobilisation

Die Mobilisation setzen wir ein, um die eingeschränkte Beweglichkeit von Gelen- ken aufzulösen. Dies erreichen wir, indem wir das Gelenk sanft bewegen, anfäng- lich langsam und dann mit zunehmender Geschwindigkeit und erhöhtem Druck.

Manipulation

Sind Bewegungseinschränkungen oder Blockierungen an den Gelenken hartnäckig und durch eine Mobilisation nicht ausreichend beeinflussbar, nutzen wir die Ma- nipulation. Bei dieser Technik führen wir Bewegungen aus, die einen Impuls mit ge- ringer Kraft, minimalem Weg und einer hohen Geschwindigkeit vermitteln.

Weichteiltechniken

Unter dem Begriff Weichteiltechniken werden verschiedene manuelle Methoden zusammengefasst, die das Ziel haben, Muskeln, Sehnen, Bindegewebe und Faszien zu behandeln. Wir streichen, dehnen oder üben Druck mit wiederholenden (repe- titiven) Bewegungen unterschiedlicher Stärke aus. Erkrankte Strukturen des Be- wegungssystems oder des Nervensystems werden so wieder frei, beispielsweise von überschüssigen Gewebsflüssigkeiten, da sie in das entgiftende Lymphsystem ab- geleitet werden.

Faszien gehören zu den Weichteil-Komponenten des Bindegewebes. Faszien sind im ganzen Körper vorhanden. Sie umhüllen einzelne Muskeln, Muskelgruppen wie auch Organe und bilden gleichzeitig ein dichtes Netzwerk. Faszien schützen und unterstützen den Körper und wirken fast wie natürliche Stoßdämpfer.

Muskel-Energie-Techniken

Bei dieser Behandlungsmethode sind Sie aktiv beteiligt. Ihr behandelnder Therapeut bittet Sie, bestimmte Muskeln oder Muskelgruppen gezielt in eine Richtung anzu- spannen. Währenddessen übt er sanft schmerzfreien Gegendruck aus. Auf diese Weise lassen sich schmerzhafte Muskelverspannungen Stück für Stück lösen.

Counterstrain-Technik

Hier greift das Prinzip von Spannung und Gegenspannung. Es handelt sich bei die- ser Methode um die Behandlung berührungsempfindlicher Punkte, ca. 1 cm groß. Diese sogenannten Tenderpoints finden sich in den Muskeln, Faszien, Bändern und Sehnen. In diesem Verfahren wird der zu behandelnde Körperteil in einer ganz be- stimmten Position für ca. 90 Sekunden gehalten bis eine deutliche Abnahme der Gewebespannung am Tenderpoint tastbar ist.

So helfen Sie mit ...

Ihr Anteil am Heilungsprozess

Wir Ärzte mit einer Zusatzweiterbildung in Manueller Medizin betrachten die Be- schwerden unserer Patienten als Signal einer belastenden Gesamtsituation. Ge- meinsam mit Ihnen begeben wir uns auf Spurensuche nach den Ursachen, die in vielen Fällen auf ein komplexes Geflecht ungünstiger Lebensumstände zurückzu- führen sind.

Schwere körperliche Arbeit, Probleme im Beruf, Sorgen in der Familie, finanzielle Nöte - all das kann sich im Körper zu Beschwerden mit zum Teil schmerzhaften Symptomen verdichten. Die enge Zusammenarbeit mit anderen Experten wie Psy- chologen, sozialen Beratungsstellen usw. ist deshalb ein wesentlicher Baustein des ganzheitlichen Ansatzes der Manuellen Medizin.

Für einen nachhaltigen Erfolg entwickeln wir ein umfassendes Aufbauprogramm, in dem Sie eine aktive Rolle in Ihrem individuellen Heilverfahren übernehmen. Nicht selten beinhaltet so ein Programm vorbeugende Maßnahmen wie beispiels- weise Empfehlungen für die Gestaltung des Arbeitsplatzes, Ratschläge für die Kör- perhaltung, Tipps zur richtigen Schlafunterlage usw.

Darüber hinaus kann ein kontinuierliches Training bestimmter Körperpartien ver- einbart werden. Falls nötig, schlagen wir weiterführende Behandlungen vor oder beziehen Experten anderer Disziplinen mit ein.

In guten Händen?

So erkennen Sie gut ausgebildete Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Manuelle Medizin, Osteopathie

Die Manuelle Medizin ist eine Zusatzbezeichnung, die Ihr behandelnder Arzt nur dann führen darf, wenn er sich in einer dreijährigen Weiterbildung in einer von den Ärztekammern anerkannten Ausbildungsstätte ausbilden lies. In dieser Zeit er- lernt er in einer berufsbegleitenden anspruchsvollen Ausbildung die Untersuchung und Behandlung mit den Händen.

Diese Ausbildung baut auf das gesamte im Universitätsstudium erlangte medizini- sche Wissen auf. Dazu gehören: genaue Kenntnisse der Anatomie, Entwicklungs- biologie und der Biomechanik der Gelenke, Muskeln, Bänder, Sehnen und Nerven. Nur wer Krankheitsbilder, Funktionsstörungen und ihr facettenreiches Erschei- nungsbild kennt, kann schnell und sicher eine Diagnose stellen, um dann im Nach- gang eine erfolgreiche Therapie zu beginnen. Der so ausgebildete Arzt erkennt auch, wann besser nicht manuell behandelt werden sollte. Deshalb gehört die Beurteilung möglicher Risiken in die Hand eines manualmedizinisch ausgebildeten Arztes.

Noch strenger als bei der Manuellen Medizin verhält es sich mit der Ausbildung in osteopathischen Verfahren. Ein Arzt, der auf seinem Praxisschild mit osteopathi- schen Verfahren wirbt, hat erst eine Zusatzausbildung in Manueller Medizin er- folgreich absolviert, ehe er eine Fortbildung in osteopathischen Verfahren abschließen kann.

Achten Sie also auf das Praxisschild ihres Arztes und halten Sie Ausschau nach „Ma- nueller Medizin“ oder „osteopathische Verfahren“, damit Sie sicher in Guten Händen sind.

 

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Manuelle Medizin (DGMM) e.V.

 

Adressen / Internetliteratur

Deutsche Gesellschaft für Manuelle Medizin (DGMM) e.V.

Geschäftsstelle DGMM
Praxis für Manuelle & Osteopathische Medizin Fichtenweg 17, 35428 Langgöns.
Tel. 06403-9140019; Fax: 06403-9683457 www.dgmm.de

MWE – Dr. Karl Sell- Seminar

Riedstrasse 5, 88316 Isny Neutrauchburg www.manuelle-mwe.de

DGMSM – Deutsche Gesellschaft für Muskuloskeletale Medizin (DGMSM) e. V.

– Akademie Boppard
Obere Rheingasse 3, 56154 Boppard www.dgmsm.de

ÄMM – Ärztegesellschaft für Manuelle Medizin – Seminar Berlin e.V.

Köpenicker Straße 48/49, 10179 Berlin www.dgmm-aemm.de

Bildquelle: 123RF

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